Happy Feet

Unser Happy Feet ist vermutlich irgendwann im Jahre 2009 geboren worden. Wir wissen nichts über sein Leben bis zu jenem Tag im Januar 2011. Heute wollen wir seine Geschichte erzählen. Sie erzählt, wie so oft, von der unglaublichen Ignoranz der Menschen, von großem Leid aber auch von einem Happy End. Bevor wir beginnen, seid gewarnt. Zu Happy Feet’s Geschichte gehören Bilder (die uns freundlicherweise von der behandelnden Tierarztpraxis zur Verfügung gestellt wurden) die nichts für schwache Gemüter sind, aber sie sind nunmal ein Teil der Geschichte. Jeder der sich im Tierschutz engagiert wird solche oder ähnliche Bilder kennen und ja, wir alle wissen, manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte. Diese Bilder wollen sagen: “Hey, schaut nicht weg! Tut das Richtige und helft!”

Alles begann an einem Tag Anfang Januar 2011. Eine Frau rief an weil sie eine Frage an den Tierschutzverein hatte. Sie wollte gerne, dass der Tierschutzverein die Kosten für die Sterilisation ihrer Katze übernimmt und fragte nach den Möglichkeiten. Im Laufe des Gespräches erwähnte sie so ganz nebenbei “Ach übrigens, hier hält sich schon seid ca. einem Jahr eine Katze auf und die scheint irgendwie verletzt zu sein, vielleicht kann da mal jemand schauen was da los ist.”. Nun, wer unsere Anne kennt, der weiß, dass sie fünf Minuten später mit einer Transportbox im Auto saß und sich auf den Weg zum Haus der Frau machte. . .

Auf dem Hof des umbebauten Bauerhauses sah sie in dann. Einen noch jungen Kater, völlig verdreckt. Man konnte schon von Weitem erkennen, dass er sehr stark humpelte. Beruhigend auf ihn einredend arbeitete sie sich langsam zu ihm vor und dann sah sie es. Eines seiner Vorderläufe war grausam entstellt, das Tier litt offensichtlich unter unglaublichen Schmerzen. Irgendwie bekam sie ihn in die Transportbox. Als sie mit ihm zum Auto zurück ging um ihn sofot zum Tierarzt zu bringen, kam die Frau die sie angerufen hatte auf sie zu und fragte “Und was ist mit meiner Katze?”. Das sind die Augenblicke in denen es wirklich schwerfällt sachlich zu bleiben. Diese Frau hat eine eigene Katze und schaut dennoch ein Jahr lang zu wie sich eine andere Katze sehr quält, direkt vor ihrer Haustür. Und als das Tier endlich Hilfe bekommt und klar ist wie dringend ein schnelles Handeln nun ist, hat sie immer noch nur die möglichst kostenfreie Sterilisation ihrer eigenen Katze im Sinn. Die Ignoranz der Menschen ist uns nicht neu, nur die Ausmaße die diese annehmen kann erstaunt uns doch immer wieder auf’s Neue. Anne konnte darauf nichts mehr erwiedern, stieg in ihr Auto und fuhr so schnell wie möglich zum Tierarzt.

Beim Tierarzt angekommen fehlten allen erstmal die Worte. Sowohl das Praxisteam als auch Anne hatten schon viel gesehen und man sollte meinen es gibt nicht mehr viel was sie noch schockieren könnte, aber dieser Anblick schockte alle Anwesenden. Diese Verletzung war alt, mindestens ein Jahr. Sie war nie auch nur ansatzweise behandelt worden und der kleine Kerl musste höllische Schmerzen haben. Die Leute auf deren Hof er sich aufgehalten hatte, hatten ihn zwar gefüttert, aber seine Verletzung haben sie ein Jahr lang ignoriert und sie hätten sie wohl auch weiterhin ignoriert wenn die Frau nicht ein Anliegen gehabt hätte. Der Tierarzt konnte nicht sage was eine solche Verletzung verursacht haben könnte. Vielleicht eine Falle, eine Misshandlung durch Menschen oder eine zuschlagende Tür. Irgendetwas hatte seine Pfote verdrehte und den Knochen zersplittern lassen. Weil unbehandelt ist dann alles so wie es war mehr oder weniger wieder “zusammengewachsen”.  Der Tierarzt amputierte den Vorderlauf und anschließend konnten wir ihn zu uns holen.

Er verbrachte eine lange Zeit in unserer Krankenstation. Die Wunde begann langsam zu heilen, das Fell um die große Narbe wuchs wieder nach und Happy lernte auf nur drei Beinen zu laufen. Wir sind sicher, unsere Edda Mae gab ihm den einen oder anderen Tip.

Heute geht es Happy Feet wieder gut. Selbst die große Narbe ist unter seinem Fell verschwunden. Genau wie Edda Mae bewegt er sich inzwischen genauso mühelos und schnell wie eine Katze mit 4 Beinen. Er genießt das Leben auf dem Hof. Kuscheln und spielen mit Freunden bestimmen nun seinen Tagesablauf. Sein Lieblingsplatz ist zweifellos das große Hundekörbchen im Wohnzimmer. Happy’s Geschichte hat ein Happy End, aber viele andere Artgenossen haben nicht das Glück rechtzeitig Hilfe zu bekommen, weil viele Menschen einfach wegschauen. Liebe Leute, wenn ihr ein Tier in Not seht, tut das Richtige. Ruft Hilfe! Ein Anruf beim örtlichen Tierschutzverein, der Feuerwehr oder auch der Polizei reichen schon aus um ein Katzenleben zu retten. Und nein, es entstehen euch auch keine Kosten. Die Tierarztkosten für Fundtiere und solche Notfälle wie Happy trägt in der Regel der örtliche Tierschutzverein. Ihr habt also nichts zu verlieren und ihr tut das Richtige!

 

^..^ Moin Moin ^..^

Muffin and Friends e.V. ist ein Katzenhospiz sowie eine Pflegeeinrichtung für chronisch Kranke, körperlich- und geistig behinderte sowie totgeweihte Katzen. Hier findest Du Geschichten aus unserem täglichen Leben, von unseren Abenteuern und Wissenswertes für Katzen- und Tierfreunde. Seit 2006 sind wir Pflegestelle für den Tierschutzverein Ammerland. Seit Februar 2012 sind wir ein eigenständiger eingetragener Verein